Siebentes Bildergespräch

Bildergespräch 7/2017 Daniel Richter

Liebe Freunde der Malerei!
Das siebente Bildergespräch findet am
Samstag 18. Februar 2017 statt.
Treffpunkt: 13:00 Uhr
in der Tickethalle des 21-er Hauses.

21er Haus Museum für zeitgenössische Kunst
Quartier Belvedere, Arsenalstraße 1, 1030 Wien



Thema: Daniel Richter,
“Tarifa“ 2001, Öl/Leinwand

Diesmal besprechen wir ein zeitgenössisches Werk aus dem Jahr 2001.

Soll/muss ein Künstler sich in den politischen Diskurs einbringen?
Was bedeutet (für) euch gegenständliche Malerei in der Gegenwart?
Was wird dargestellt? Was assoziieren wir?
Wie ist das Bild komponiert? Wie wird mit Farbe umgegangen?
Wodurch unterscheidet sich das Gemälde von einer Illustration?

2007 sagt Daniel Richter in einem Interview mit der „FAZ“ über seine Arbeit: „Am Anfang war dieses Fleckenhafte, das kennt man ja zum Beispiel von Filmen, wenn die durchschmoren. Eigentlich sind es immer die paranoiden Blicke: Infrarot! Drogen! Geistererscheinungen! Hightech-Nachtsichtgeräte, Leute kommen vom Dunklen ins Helle, dieser Kram. Der Ursprung waren die Blicke, die eigentlich jeder kennt, die in der Malerei aber nicht auftauchen und die ich immer als beunruhigend wahrgenommen habe. Das ist so eine Ebene, wo man weiß, da liegt irgendeine Bedrohung, ein Geheimnis, irgendeine Offenbarung.“

2017 im Interview mit dem „Standard“: „Ein Bild zu malen bedeutet, etwas zu erschaffen, das es in dieser Form nicht gibt. Etwas, das nicht rhetorisch ist, das auch keinen Sinn macht. Um zu malen, benötigt man keine besondere Intelligenz, es ist eine spezifische Betätigung, nach deren Sinn ich gar nicht frage. Der große Unterschied zur Fotografie ist der, dass das Bild zwar erkennbar ist, aber nicht wiedererkennbar im Sinne des Abbildes. Aber vielleicht ist das Manko der Malerei – ihre Obsoletheit – ihre Stärke. Egal ob Jackson Pollock, Giotto, Marlene Dumas oder Asger Jorn: Malerei findet zwar in einer bestimmten Zeit statt, man ist jedoch nicht wie bei einer Performance oder einem Film in eine bestimmte Liturgie eingebunden. Malerei zu betrachten ist wie ein kontemplativer Akt ohne Zeitvorgabe. –“

Einen aktuellen Artikel über die Arbeit von Daniel Richter und das ganze Interview von 2017 aus dem "Standard" findet ihr hier:
http://derstandard.at/2000052011358/Daniel-Richter-Wie-das-Chaos-in-die-Gesichter-kam
http://derstandard.at/2000051890502/Daniel-Richter-Um-zu-malen-benoetigt-man-keine-besondere-Intelligenz

Das zitierte Interview von 2007 aus der "FAZ"
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/interview-mit-daniel-richter-die-meisten-maler-sind-doof-1433493.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Ein Interview von 2011 aus der "Zeit" findet ihr hier:
http://www.zeit.de/2011/39/Interview-Richter/komplettansicht


Untersuchen wir das Gemälde also nach Bedrohung, Geheimnis, Offenbarung …

Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt siehe oben.
Für die Veranstaltung verrechne ich einen (freiwilligen) Unkostenbeitrag von 4 Euro/Person,
ihren Museumseintritt übernehmen die Teilnehmer selbst.


Ich freue mich schon auf eure Gedanken zum Gemälde und ein interessantes Bildergespräch!

Sechstes Bildergespräch

 

Liebe Freunde der Malerei!
Das sechste Bildergespräch findet am
Samstag 2. April 2016 statt.
Treffpunkt: 13:30 Uhr
in der Tickethalle des Oberen Belvedere.

waldmueller

Thema: Ferdinand Georg Waldmüller,
“Kinder armer Eltern werden von der Gemeinde Spittelberg am Michaelitage
mit Winterkleidern beteilt“ 1857, Öl auf Holz, Maße: 94 x 120,5 cm

Diesmal geht es um ein Biedermeierwerk. Kleinbürgerliche Kultur der Häuslichkeit und der Betonung des Privaten?
Nicht bei Waldmüller. Noch vor 1848, während der Zensur, thematisiert er Armut auf eine sozialkritische und dennoch leise Art.
Seine Malerei befasst sich mit der Abbildung von „Wirklichkeit“ und der Erforschung des Lichts.
Selbst hatte Waldmüller während seiner Ausbildung viel durch das Kopieren alter Meister gelernt, seinen späteren Schülern riet er aber davon ab.
Naturstudium und die Freilichtmalerei waren seiner Meinung nach der akademischen Historienmalerei überlegen.
Waldmüller forderte Wahrhaftigkeit in der Nachbildung der Wirklichkeit.
An der Akademie stieß er mit seinen Ansichten auf Ablehnung - er verfasste mehrere Streitschriften,
aufgrund derer er von seiner Arbeit als Professor suspendiert wurde.

Untersuchen wir das Gemälde also nach der Abbildung Waldmüllers „Wirklichkeit“ und dem Licht…

Wie ist das Gemälde komponiert?
Wie setzt Waldmüller Faltenwürfe und Unschärfen für Lebendigkeit ein?
Wie wird mit Licht und Schatten umgegangen? Welche Farbgebung wurde im Schatten benutzt?
Wie ist der Hintergrund gestaltet, was wird durch den Hintergrund ausgedrückt?
Wie wird mit Kontrasten und Komplementärfarben umgegangen?
Welche Pinselführung benutzt Waldmüller? Welche Malmittel, welchen Farbauftrag?
Wie gestaltet er Muster, Materialien und Details und was beschreiben sie?
Wie interagieren die Protagonisten auf dem Gemälde miteinander, wie mit der jeweils anderen Gruppe?

Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt siehe oben.
Für die Veranstaltung verrechne ich einen Unkostenbeitrag von 3 Euro/Person,
ihren Museumseintritt übernehmen die Teilnehmer selbst.

Ich freue mich schon auf eure Gedanken zum Gemälde und ein interessantes Bildergespräch!




Fünftes Bildergespräch

Bildergespräch 5/2015

Liebe Freunde der Malerei!
Das vierte Bildergespräch findet am
12. Dezember 2015 um 15.30 statt.

edvard-munch-frauen-am

Thema: „Zwei Frauen am Meeresufer“ von Edvard Munch
3 Farbdrucke – ein Vergleich
Treffpunkt: Samstag 12.12.2015 um 15:30 Uhr
in der Tickethalle der Albertina.

Diesmal geht es um drei Farbdrucke des norwegischen Malers Edvard Munch, der eine Sattelstellung zwischen Symbolismus und Expressionismus einnimmt. Die Drucke stellen zwei Frauen dar: eine Alte, in einen schwarzen Umhang gehüllt, deren Gesicht an einen Totenkopf erinnert und eine junge, blonde, langhaarige Frau im weißen Kleid, die dem Betrachter den Rücken zuwendet. Die Frauen bilden ein Paar voller Kontraste. Alt und jung, dunkel und hell, sitzend und stehend, zugewandt und abgewandt. Das Paar scheint aber in seiner Vergänglichkeit und Einsamkeit verbunden. Für Munch zeitlebens ein Thema: die Liebe, die Einsamkeit, der Tod, das Leben und seine Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit. Die Drucke haben durch die verschiedene Farbgebung eine völlig andere Wirkung.

Auf jeden Fall sehr interessante Arbeiten.

Wie sind die Drucke komponiert?
Wie bestimmt die Farbgebung die Wirkung der Drucke?
Wie wird mit „Licht“ umgegangen?
Wie unterscheidet sich der Druck mit der Sonne von den anderen beiden?
Wie wird mit dem Hintergrund umgegangen, was wird durch den Hintergrund ausgedrückt?
Wie wird mit Kontrasten und Komplementärfarben umgegangen?
Welche Elemente definieren Landschaft und Perspektive?
Welche „Schwingung“ erzeugt die Darstellung? Melancholie? Farbrausch?


Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt siehe oben. Für die Veranstaltung verrechne ich einen Unkostenbeitrag von 3 Euro/Person, ihren Museumseintritt übernehmen die Teilnehmer selbst.
Ich freue mich schon auf eure Gedanken zu den Drucken und ein interessantes Bildergespräch!

Viertes Bildergespräch

Bildergespräch 4/2015

Liebe Freunde der Malerei!
Das vierte Bildergespräch findet am
15. November 2015 um 10:00 statt.

Thema: „Bildnis Bruno Grimschitz“, 1915, von Herbert Boeckl
Treffpunkt: Sonntag 15.11.2015 um 10:00 Uhr
in der Tickethalle des OBEREN Belvedere.

bildnis Grimschitz


Diesmal geht es um ein Portrait des Malers Herbert Boeckl, das zur Moderne gezählt wird.
Es stellt dessen Freund und Kriegskameraden (im 1. Weltkrieg) Bruno Grimschitz dar.
Boeckl malte Grimschitz im Alter von 21 Jahren. Die Protagonisten sind also zwei junge, kunstaffine Männer, der eine autodidaktischer Maler (der an der Akademie abgelehnt wurde), der andere zukünftiger Kunsthistoriker. Beide sollten später noch eine größere Rolle im Kunstbetrieb Österreichs spielen. Boeckl als einer der berühmtesten Vertreter der österreichischen Moderne, Grimschitz als Leiter der Galerie Belvedere und des Kunsthistorischen Museums. Beide Männer spielten in der Nazizeit eine ambivalente Rolle… und blieben ihr Leben lang Freunde.

Auf jeden Fall ein diskussionswürdiges Gemälde.

Wie ist das Portrait komponiert?
Welche Rolle spielen die Farbgebung und der Farbauftrag?
Wie wird mit „Licht“ umgegangen?
Wie wirken die starken blauen Konturen im Bild (die Boeckl in seinen späteren Werken zugunsten der Farbe aufgegeben hat)?
Wie wird mit dem Hintergrund umgegangen, was wird durch den Hintergrund ausgedrückt?
Wie wird Grimschitz durch die Augen des Freundes und Kameraden dargestellt?
Wie wird sich die Rolle Grimschitz´ im Kunstbetrieb später entwickeln, wie wirkt seine Persönlichkeit als junger Mann auf diesem Gemälde?

Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt siehe oben.
Für die Veranstaltung verrechne ich einen Unkostenbeitrag von 3 Euro/Person, ihren Museumseintritt übernehmen die Teilnehmer selbst.

Ich freue mich schon auf eure Gedanken zum Gemälde und ein interessantes Bildergespräch!